Immobilienpreise in Starnberg und am Starnberger See 2026
Am Starnberger See können zwei Häuser in derselben Straße sehr unterschiedlich viel wert sein. Hier finden Sie, was die amtlichen Zahlen über den Markt sagen, wo sie an ihre Grenzen stoßen und wie Sie zu einem belastbaren Wert für Ihre Immobilie kommen.

Was die amtlichen Zahlen sagen
Der Immobilienmarktbericht Bayern wertet die Kaufpreissammlungen aller bayerischen Gutachterausschüsse aus. Er beruht also auf notariellen Kaufverträgen und zeigt, was tatsächlich gezahlt wurde. Für den Landkreis Starnberg ergibt sich für das Jahr 2025 folgendes Bild:
- Wohnungen: Gebrauchte Eigentumswohnungen erzielen im Landkreis Starnberg den höchsten mittleren Quadratmeterpreis aller bayerischen Landkreise. Teurer ist nur die Stadt München. 2025 zogen die Preise wieder spürbar an.
- Häuser: Bei gebrauchten Ein- und Zweifamilienhäusern sowie bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften liegt der Landkreis auf Platz 2 in Bayern, nach dem Landkreis München.
- Entwicklung: Das mittlere Preisniveau gebrauchter Häuser liegt 2025 deutlich unter dem Höchststand der Jahre 2021 und 2022.
- Bauplätze: Das Bodenpreisniveau für Ein- und Zweifamilienhäuser ist seit 2022 unverändert; teurer sind in Bayern nur der Landkreis München, Miesbach und die Stadt München.
- Umsatz: 2025 wechselten im Landkreis nach der Hochrechnung des Oberen Gutachterausschusses deutlich mehr Immobilien den Eigentümer als im Vorjahr.
Zum Vergleich ganz Bayern im Jahr 2025, laut Bauministerium:
| Teilmarkt | Mittelwert Bayern | Höchster Wert |
|---|---|---|
| Bauplatz für Ein- und Zweifamilienhäuser | 400 €/m² | 1.790 €/m² |
| Ein- und Zweifamilienhaus, Weiterverkauf | 480.000 € | 2.070.000 € |
| Reihenhaus und Doppelhaushälfte, Weiterverkauf | 390.000 € | 995.000 € |
| Eigentumswohnung, Weiterverkauf | 3.600 €/m² | 7.900 €/m² |
Den höchsten Wert erreichte jeweils der Landkreis München, bei Wohnungen die Stadt München. In ganz Bayern gab es 2025 142.712 Immobilienverkäufe, 11,8 % mehr als im Vorjahr; das Preisniveau stabilisiert sich laut Ministerium auf örtlich unterschiedlichem Niveau.
Die Bodenrichtwerte für Wohnbauland sind im Landkreis Starnberg zum Stichtag 01.01.2026 im Schnitt um ca. 5,5 % gesunken. In einigen Lagen, etwa an den kleineren Seen, stellte der Gutachterausschuss dagegen Stabilität oder sogar Steigerungen fest.
Quellen: Immobilienmarktbericht Bayern 2026 (Daten 2025); Pressemitteilung des Bayerischen Bauministeriums vom 24.06.2026; Landratsamt Starnberg, Pressemitteilung vom 29.07.2026.
Warum der Bodenrichtwert am See oft nicht passt
Bodenrichtwerte sind Durchschnittswerte für unbebaute Grundstücke einer Zone. Der Gutachterausschuss des Landkreises Starnberg weist in seinen Erläuterungen selbst auf ihre Grenzen hin:
- Für Seeufergrundstücke gelten die Bodenrichtwerte nur dort, wo ausdrücklich ein eigener Wert ausgewiesen ist.
- Grundstücke mit direktem Seezugang werden im Landkreis nur sehr selten verkauft. Für sie gibt es kaum Vergleichsfälle.
- Die Werte gelten für gewöhnliche Wohnbebauung, nicht für besonders gehobene Bauweise.
- Jedes Grundstück weicht durch Lage, Zuschnitt, Hang oder Baurecht vom Durchschnitt ab. Der Ausschuss empfiehlt in der Regel ein Verkehrswertgutachten.
Am See entscheiden also Details, die keine Statistik kennt: ob der Blick dauerhaft frei bleibt, wie das Ufer beschaffen ist, wie viel Abendsonne ein Grundstück hat. Den Bodenrichtwert für Ihre Straße sehen Sie kostenlos im GeoLIS des Landkreises Starnberg und im BayernAtlas. Einzelne Werte geben wir hier nicht wieder: Die Bodenrichtwertliste ist urheberrechtlich geschützt.
Angebotspreis oder Verkaufspreis?
Viele Preisangaben im Internet beruhen auf Inseraten. Sie zeigen, was Verkäufer verlangen, nicht was Käufer am Ende zahlen. Gerade am See liegen beide oft weit auseinander: Besonders gefragte Häuser werden häufig gar nicht inseriert, überteuerte Angebote bleiben dagegen lange online und ziehen den Durchschnitt nach oben. Online-Rechner arbeiten mit genau diesen Durchschnitten. Seeblick, Uferlage oder ein gesichertes Wegerecht erfassen sie kaum.
Wir bewerten deshalb auf Basis tatsächlich erzielter Preise in derselben Lage und schauen uns jede Immobilie vor Ort an. Für einen Verkauf, eine Erbschaft oder eine Scheidung ist das die belastbarere Grundlage.
Wie viel ist Ihre Immobilie am See wert? Wir bewerten kostenlos, persönlich und auf Basis echter Verkaufspreise.
Wert jetzt ermittelnWer am See kauft
Die Steuerpflichtigen im Landkreis Starnberg hatten laut amtlicher Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2021 im Schnitt Einkünfte von 81.592 €, in ganz Bayern waren es 50.731 €. Das sind gut 60 % mehr. Für Verkäufer heißt das: Die Nachfrage ist zahlungskräftig, aber auch sehr gut informiert. Ein Preis muss sich begründen lassen.
Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, Statistik kommunal 2025 (Landkreis Starnberg und Bayern), Gesamtbetrag der Einkünfte je Lohn- und Einkommensteuerpflichtigem 2021, eigene Berechnung.
Wovon der Preis einer Immobilie am See abhängt
Seezugang
Ein eigenes Ufer mit Steg oder Bootshaus ist am Starnberger See der stärkste Preistreiber. Solche Grundstücke sind sehr selten und werden oft ohne Inserat verkauft.
Seeblick
Freier Blick über den See, idealerweise bis zu den Alpen, hebt den Wert deutlich – auch ohne direkten Zugang. Entscheidend ist, ob der Blick dauerhaft gesichert ist.
Ufer und Himmelsrichtung
Am Ostufer (Berg, Münsing) gibt es Abendsonne über dem See, das Westufer (Tutzing, Feldafing, Pöcking) bietet Morgensonne und häufig Hanglagen mit Weitblick.
Grundstück
Größe, Zuschnitt und Baurecht bestimmen den Bodenwert. Bei großen Grundstücken spielt eine mögliche Teilung oder Nachverdichtung eine Rolle.
Bausubstanz und Energie
Baujahr, Modernisierungen, Energieausweis und Zustand beeinflussen, was Käufer zusätzlich investieren müssen.
Anbindung
S-Bahn-Nähe und eine schnelle Verbindung nach München sind besonders für Familien und Berufspendler wichtig.
Lagen nach Ort
Lage, Ufer und Ortsteil machen den Unterschied. Eigene pauschale Quadratmeterpreise je Ort veröffentlichen wir bewusst nicht: Am See streuen sie zu stark, um für eine einzelne Immobilie etwas auszusagen. Auf den Ortsseiten finden Sie einen Steckbrief mit amtlichen Strukturdaten und den Weg zum Bodenrichtwert:
Häufige Fragen
Warum sind Immobilien am Starnberger See so teuer?
Die Nähe zu München, die begrenzte Zahl an Grundstücken am Ufer und hohe Einkommen treffen auf eine starke Nachfrage – bei sehr knappem Angebot, besonders bei Seelagen. Die Einkünfte je Steuerpflichtigem liegen laut Landesamt für Statistik gut 60 % über dem bayerischen Schnitt, und bei gebrauchten Wohnungen hat der Landkreis das höchste Preisniveau aller bayerischen Landkreise.
Wo finde ich Bodenrichtwerte für Starnberg?
Kostenfrei im GeoLIS des Landkreises Starnberg und im BayernAtlas der bayerischen Vermessungsverwaltung (bodenrichtwerte.bayern.de). Die aktuellen Werte gelten zum Stichtag 01.01.2026. Verbindlich sind nur schriftliche Auskünfte der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses.
Was kostet ein Haus in Starnberg?
Gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser erreichen im Landkreis Starnberg das zweithöchste Preisniveau aller bayerischen Landkreise (Immobilienmarktbericht Bayern 2026). Häuser mit Seeblick, Seezugang oder großem Grundstück liegen oft deutlich darüber. Den Wert Ihrer Immobilie ermitteln wir kostenlos und persönlich.
Sinken die Immobilienpreise am Starnberger See?
Bei Häusern liegt das Preisniveau im Landkreis noch unter dem Höchststand von 2021/2022, bei gebrauchten Wohnungen stiegen die Preise 2025 wieder. Die Bodenrichtwerte für Wohnbauland sind im Landkreis-Durchschnitt um rund 5,5 % gesunken (Stichtag 01.01.2026), an den kleineren Seen blieben sie stabil oder stiegen.
Wie genau sind Online-Bewertungen?
Sie liefern eine grobe Orientierung. Für Seelagen weichen sie häufig deutlich ab, weil sie auf Angebotspreisen beruhen und Faktoren wie Seezugang, Blick und Uferbeschaffenheit kaum erfassen.
Quellen
- Oberer Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Freistaat Bayern: Immobilienmarktbericht Bayern 2026 (Juni 2026)
- Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr: Pressemitteilung zum Immobilienmarktbericht Bayern 2026 (24.06.2026)
- Landratsamt Starnberg: „Neue Bodenrichtwerte erhältlich“ (Pressemitteilung vom 29.07.2026)
- Gutachterausschuss im Bereich des Landkreises Starnberg: Erläuterungen zu den Bodenrichtwerten, Stichtag 01.01.2026
- GeoLIS Landkreis Starnberg: Bodenrichtwertzonen
- Bayerische Vermessungsverwaltung: Bodenrichtwerte im BayernAtlas
- Bayerisches Landesamt für Statistik: Statistik kommunal 2025, Landkreis Starnberg, Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2021
Abgerufen am 05.11.2026. Wir nennen ausschließlich amtliche Quellen: Gutachterausschüsse, Statistikämter und Ministerien. Angebotspreise aus Immobilienportalen verwenden wir nicht.